Carter Bryant und die Puppen, die sich für nichts entschuldigten
Mattel sagte nein. Die 12-jährige Tochter des MGA-Chefs sagte ja. Und das veränderte den Markt der Modepuppen für immer.
1998 fuhr Carter Bryant — ein Puppendesigner für Barbie bei Mattel — mit dem Auto durch Springfield in Missouri und kam an der Kickapoo High School vorbei. Eine Gruppe von Teenagermädchen, die aus der Schule kamen — mutig, stilvoll, mit Charakter — gab ihm die Inspiration, die er gesucht hatte. Er fuhr nach Hause und begann fieberhaft zu skizzieren. So entstanden die ersten vier Bratz-Figuren: die Hände in die Hüften gestemmt, große Augen und ein Ausdruck von „nur eine Spur Rebellion“. Am 21. Mai 2001 kamen Bratz in die Läden und begannen sofort, Barbies Monopol zu Fall zu bringen.
Als Kind hatte Bryant kein Geld für Spielzeug, also zeichnete er Papierpuppen. Nach dem Studium landete er bei Mattel, fühlte sich dort aber gehemmt und zeichnete Bratz heimlich. Als er die Skizzen schließlich MGA Entertainment zeigte, sagte Chef Isaac Larian, sie sähen aus wie Außerirdische — aber seine 12-jährige Tochter Jasmin war begeistert. Und es war ihre Begeisterung, die die Marke rettete.
Die Revolution der Vielfalt
Bratz revolutionierten den Markt, weil sie vom ersten Tag an vielfältig waren. Yasmin, Cloe, Jade und Sasha — eine Latina, eine weiße Blondine, ein asiatisches und ein schwarzes Mädchen — zusammen, ohne Anführerin, mit gleichem Status. MGA-CEO Isaac Larian sagte den Läden unverblümt: „du kaufst alle oder keine“. Kinder auf der ganzen Welt konnten sich endlich in einer Mainstream-Puppe wiedererkennen.
Mattel gegen MGA
2005 verdienten Bratz eine Milliarde Dollar und eroberten 40% des Modepuppen-Markts, der zuvor fast vollständig Barbie gehört hatte. Mattel verklagte MGA auf 500 Millionen Dollar mit der Behauptung, Bryant habe Bratz noch als Mattel-Angestellter erschaffen. Der Fall zog sich über ein Jahrzehnt und verschlang schätzungsweise über 600 Millionen Dollar an Prozesskosten. MGA gewann. Bratz blieben — und heute kommen sie stärker denn je zurück, getragen von Millennials und älteren Gen Z sowie der Mode für die Y2K-Ästhetik.
Bryant zeichnete Mädchen, die sich für nichts entschuldigten — die Hände in die Hüften gestemmt. Mattel sagte nein. Die 12-jährige Jasmin Larian sagte ja.
Die originalen vier
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