Kreatives Profil
Walt Disney, Ub Iwerks und Micky Maus
Drei Kreise, rote Shorts, weiße Handschuhe. Eines der mächtigsten grafischen Zeichen der Geschichte — aus Verrat und Verzweiflung geboren.
1928
Debüt
Steamboat
Willie
22 Oscars
Walts Rekord
2024
Gemeinfrei
Eine Maus aus Verrat geboren
Im Februar 1928 kehrte Walt Disney mit katastrophalen Nachrichten aus New York zurück — der Verleiher hatte ihm die Rechte an seiner Figur, Oswald der glückliche Hase, gestohlen und die meisten seiner Zeichner mitgenommen. Walt stand am Rande des Bankrotts.
Im Zug nach Hollywood — wie er sich erinnerte — „sprang ihm ein neuer Held in den Kopf“. Seine Frau Lillian redete ihm den Namen „Mortimer“ aus und schlug „Mickey“ vor. Am 18. November 1928 debütierte Micky Maus in Steamboat Willie — einem der ersten Zeichentrickfilme mit synchronisiertem Ton. Disney veränderte die Geschichte der Unterhaltung für immer.
Walt Disney
1901 in Chicago geboren, in Missouri aufgewachsen. Von Kindheit an zeichnete er — als Teenager verkaufte er Skizzen an die Nachbarn. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg gründete er ein Animationsstudio nach dem anderen, die eines nach dem anderen bankrottgingen. Nur Disney Brothers Studio, 1923 mit seinem Bruder Roy gegründet, überlebte. Walt lieh Micky Maus bis 1947 selbst seine Stimme. Er gewann zweiundzwanzig Oscars — ein Rekord, der bis heute ungeschlagen ist. Er starb 1966, kurz vor der Eröffnung von Walt Disney World.
Ub Iwerks
Micky Maus ist nicht allein Walts Werk. Mitschöpfer ist Ub Iwerks — Zeichner und Freund Disneys, der das endgültige Aussehen der Figur zeichnete. Iwerks war einer der wenigen, die nach dem Verrat des Verleihers bei Walt blieben. Er war es, der die runden Ohren, die roten Shorts und die weißen Handschuhe entwarf. Drei Kreise — eine der bekanntesten Silhouetten der Geschichte.
Die Evolution von Mickey
Mickey veränderte sich über die Jahrzehnte. In den ersten Cartoons war er frech und ungehobelt. Mit der Zeit — dank des Zeichners Fred Moore — wurde sein Gesicht sanfter, seine Wangen gewannen an Volumen und seine Persönlichkeit reifte. Die Handschuhe erschienen 1929, und die roten Shorts etablierten sich erst 1935 als „offizielle Farbe“, im Film The Band Concert.
Mickey als Leinwand der Künstler
Mickeys Silhouette — drei Kreise — wurde zu einer der am häufigsten erkundeten Formen der zeitgenössischen Kunst. KAWS, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Takashi Murakami — alle griffen nach der Maus-Ikone. Kollaborationen mit BE@RBRICK, Gucci, Supreme und Hunderten von Streetwear-Marken machten Mickey zum ersten echten „luxury pop character“. 2024 wurde Steamboat Willie in den USA gemeinfrei.
Mickey und Freunde
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