Die Bösewichtin, die die Welt lieben lernte
Sie sollte nur eine Antagonistin sein – eine Figur, die die Zuschauer hassen sollten. Am 31. Oktober (ja, an Halloween) geboren, debütierte Kuromi 2005 im Anime Onegai My Melody als entflohene Gefangene aus dem Mariland-Wald, erfüllt von Rachegelüsten an My Melody – für 6.324 Unrechtstaten, die sie ihr angetan hatte. Doch die Zuschauer wollten sie nicht hassen. Zu niedlich, zu ehrlich in ihrer Bosheit, zu menschlich in ihren Fehlern. Sanrio erkannte schnell, dass es zufällig etwas Besonderes geschaffen hatte – und verwandelte die Bösewichtin in einen Star.
Schwarze Schönheit
Der Name „Kuromi" bedeutet auf Japanisch „schwarze Schönheit" – und das ist kein Zufall. Ein weißes Kaninchen mit einer schwarzen Narrenkappe mit einem rosa Totenkopf, dessen Ausdruck sich mit Kuromis Stimmung ändert. Ein Teufelsdreizackförmiger Schwanz. Eine rosa Nase anstelle einer gelben – wie bei My Melody. Das Design ist ein Spiegelbild ihrer Rivalin, aber ins Dunkle verdreht. Es ist der Kontrast, der die beiden Charaktere untrennbar macht.
Urheberrechtsstreit
Wer hat Kuromi wirklich erschaffen? Diese Frage wurde Gegenstand eines Rechtsstreits. Laut Studio Comet – dem Animationsstudio, das den Anime Onegai My Melody produzierte – wurde Kuromi von ihrer Animatorin Tomoko Miyagawa entworfen. Das Studio behauptet, dass Sanrio nur die Figur My Melody lieferte – der Rest, d.h. Kuromis Aussehen, ihr Name, ihre Persönlichkeit, ihre Welt und ihre Handlung, entstand vollständig im Studio Comet. Abgelehnte Arbeitsnamen der Figur waren u.a. „Warumi" und „Urami" (japanisch: Groll, Hass). Sanrio hingegen schrieb in dem Buch The Secrets of Kuromi von 2023 die Urheberschaft der Designerin von Hello Kitty, Yuko Yamaguchi, zu – ohne jegliche Erwähnung von Studio Comet. Im Februar 2025 reichte Studio Comet Klage wegen Verletzung der Urheberpersönlichkeitsrechte ein. Der Fall ist noch anhängig. Es geht hier nicht um Eigentumsrechte – Studio Comet beansprucht kein Eigentum an Kuromi – sondern um das Recht, als Schöpfer anerkannt zu werden. Dies ist einer der bekanntesten Urheberrechtsstreitigkeiten in der Geschichte der japanischen Popkultur.
Rebellisches Kawaii
Kuromi traf den Nerv einer Generation, die genug von süßer Perfektion hatte. Die Gen Z liebte sie für ihre Ästhetik des „Dark Kawaii" – düster, widerspenstig, aber immer noch niedlich. TikTok explodierte mit Kuromi-Outfits. Korea eröffnete Themen-Cafés. H&M und Bershka brachten Kollektionen heraus. Im Jahr 2021 übertraf sie zum ersten Mal Hello Kitty in den Sanrio-Popularitätsrankings – und hält sich seitdem an der Spitze.
Virtuelle Ikone
Im Jahr 2021 kündigte Sanrio Kuromi als virtuelle Ikone an – sie veröffentlichte ihre erste Single „Greedy Greedy" und die Kampagne „Kuromify the World" startete in Shibuya. Im Jahr 2023 bekam sie ihren eigenen Anime Kuromi's Pretty Journey. Im Jahr 2025 debütierte sie zusammen mit My Melody in einer Netflix-Serie. Im Sanrio-Ranking für 2025 belegte sie mit fast 3,7 Millionen Stimmen den 4. Platz – noch vor Hello Kitty.
Sammlerstücke
🎀 Pop Mart × Sweet Besties
Kuromi und My Melody zusammen – 12 Figuren + Secret Edition „Demon and Angel".
🦷 Labubu × Sanrio (2026)
Labubu verkleidet als Kuromi. Limitierte Blind Box Schlüsselanhänger – in Minuten ausverkauft.
🎉 Sanrio Characters Party Series
Hello Kitty, My Melody und Kuromi veranstalten eine Party. 12 Figuren + Secret 1/144.
🍵 Re-Ment Sweet Tea Party
Kuromi und My Melody bei einer Teeparty – Miniatur-Szenen zum Sammeln.
Drei Säulen der Kreativität
Dunkle Niedlichkeit
Der Schädel, der lächelt – Kawaii ohne zuckersüße Perfektion
Bösewichtin mit Herz
Bösewichtin von Natur aus, charmant in der Praxis – eine Antiheldin, die wir verstehen
Gen Z Ikone
TikTok, Streetwear, Netflix – Rebellion in Kawaii-Verpackung
Kuromi sollte eine Bösewichtin sein. Stattdessen wurde sie zur Stimme einer Generation, die nicht brav sein will – aber trotzdem süß sein möchte. Eine schwarze Kappe, ein rosa Totenkopf und 6.324 Gründe zur Rache. Das reicht, um sie für immer zu lieben.
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