Mike Becker und die Figur, die er nicht kaufen konnte
Er suchte ein Maskottchen, das nicht zu bekommen war. Am Ende sammelte die ganze Welt Popkultur, Zentimeter für Zentimeter.
Mike Becker war T-Shirt-Designer und begeisterter Sammler. Eines Tages suchte er eine Figur des Maskottchens der Restaurantkette Big Boy — und konnte sie nirgends zu einem vernünftigen Preis bekommen. Statt ein Vermögen zu zahlen, beschloss er, seine eigene zu produzieren. 1998 gründete er Funko in Snohomish im Bundesstaat Washington — buchstäblich in seinem eigenen Haus. Die erste Figur war eben jener Big Boy: handgefertigt, kleine Auflage, pure Leidenschaft. „Ich dachte mir: es muss tausend andere Verrückte wie mich geben“, erinnerte sich Becker. Er lag nicht falsch. Heute gibt es diese „Verrückten“ zu Millionen.
Austin Powers änderte alles
Der Durchbruch kam, als Funko die Lizenz für Austin-Powers-Wackelkopffiguren erhielt. Becker musste eine Garantie von 5.000 Dollar hinterlegen — eine riesige Summe für eine Firma aus der Garage. Das Risiko zahlte sich aus: von seiner Einfahrt aus verschickte er 100.000 Stück. „Ein Lkw-Fahrer rief mich an und sagte, ich solle einen Hubwagen bereithalten. Ich fragte — was ist ein Hubwagen?“, erzählte er. Funko war endgültig im Spiel.
Die Geburt von POP!
2005 verkaufte Becker die Firma an Brian Mariotti, der die Vision eines völlig neuen Figurendesigns hatte. 2010 präsentierte er auf der San Diego Comic Con den Prototyp — ein abgeflachter Kopf, große Augen, ein minimalistisches Gesicht. Der ursprüngliche Name: Funko Force 2.0. Hardcore-Sammler waren skeptisch. Der Markt sagte etwas anderes — und POP! wurde zu einem globalen Phänomen.
Er suchte eine Figur, die er nicht kaufen konnte. Am Ende schuf er über tausend.
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Wissenswertes
Die teuerste Figur der Geschichte — ein Willy-Wonka-Set von 2016 — wurde für 210.000 Dollar verkauft; es wurden nur 10 Stück hergestellt, versteckt in Funko-Schokoriegeln, buchstäblich wie im Film. Die Clockwork Orange-Serie von 2012 sollte auf Wunsch des Lizenzinhabers vernichtet werden — der CEO rettete nur 24 Stück und signierte sie persönlich; eines ging später für 60.000 Dollar weg. Und unter Sammlern tobt eine ewige Debatte: in-box oder out-of-box? Die Box schützt den Wert, die herausgenommene Figur macht sich besser im Regal.
Die ganze Funko-POP!-Kollektion wartet bei uns — Popkultur in Vinyl.
Zur Kollektion →Folge: Funko · Mike Becker





































