Entstehung
Mike Becker war T-Shirt-Designer und leidenschaftlicher Sammler. Eines Tages suchte er eine Figur des Maskottchens der Restaurantkette Big Boy – und konnte sie nirgends zu einem vernünftigen Preis bekommen. Anstatt ein Vermögen zu zahlen, beschloss er, seine eigene zu produzieren. 1998 gründete er Funko in Snohomish, Washington – buchstäblich in seinem Haus. Die erste Figur: genau Big Boy. Handgefertigte Produktion, kleiner Maßstab, pure Leidenschaft. „Ich dachte mir: Es muss tausend andere Verrückte geben wie mich" – erinnerte sich Becker. Er irrte sich nicht. Heute gibt es Millionen dieser „Verrückten".
Austin Powers änderte alles
Der Durchbruch kam, als Funko die Lizenz für Austin Powers Bobbleheads erhielt. Becker musste eine Garantie von 5.000 Dollar hinterlegen – eine riesige Summe für eine Garagenfirma. Das Risiko zahlte sich aus: Von seiner Einfahrt aus versendete er 100.000 Stück. „Der LKW-Fahrer rief mich an und sagte, ich solle einen Palettenwagen bereithalten. Ich fragte – was ist ein Palettenwagen?" – erzählte er. Funko war fest im Geschäft.
POP!-Debüt auf der Comic Con 2010
Im Jahr 2005 verkaufte Becker das Unternehmen an Brian Mariotti. Dieser hatte eine Vision: ein völlig neues Figurendesign. 2010 präsentierte er auf der San Diego Comic Con einen Prototyp – abgeflachter Kopf, große Augen, minimalistisches Gesicht. Ursprünglicher Name: Funko Force 2.0. Hardcore-Sammler waren skeptisch. Der Markt sagte etwas anderes.
Über 1100 Lizenzen
Funko besitzt heute über 1100 aktive Lizenzen – von Marvel, Disney und Star Wars über HBO, WWE, Sony Pictures bis hin zu Musik-, Sport- und Gastronomiemarken. Wenn es etwas in der Popkultur gibt, gibt es wahrscheinlich auch eine POP!-Figur. Die Kontaktliste der Funko-Chefs ist das Alphabet der Popkultur.
Maskottchen: Freddy Funko
Im Jahr 2002 schuf das Unternehmen sein eigenes Maskottchen – Freddy Funko, einen rothaarigen Jungen mit einem großen Kopf. Jede Person, die dem Funko Funklub beitrat, erhielt ihn im Willkommenspaket. Heute sind Freddy in verschiedenen Inkarnationen (als Iron Man, Venom, Boba Fett) die seltensten und teuersten Figuren in der gesamten Funko-Geschichte.
Hauptserien von Funko
🎯 POP! Vinyl (2010)
Flaggschiff-Serie. Abgeflachter Kopf, große Augen, ~9,5 cm. Tausende von Charakteren, Dutzende von Kategorien. Sie wurde zu einem globalen Phänomen.
🪆 Bitty POP! (2022)
Mini-Version des klassischen POP! – nur 2,5 cm. Wird in 4er-Sets verkauft, mit einer geheimnisvollen Figur darin.
🥤 Funko Soda
Figuren in Dosen, inspiriert von Softdrinks. Jede Dose enthält eine zufällige Figur – manchmal Standard, manchmal Chase. Blind Box im Retro-Stil.
🌀 POP! Rides
Figur + Fahrzeug in einem Set. Held auf dem Motorrad, im Auto, auf dem Drachen. Größeres Format, mehr Details.
🏀 POP! Deluxe
Aufwendige Dioramen und Szenen mit Lieblingsfiguren. Größer, detaillierter, oft limitiert. Für diejenigen, denen ein einfacher POP! nicht mehr ausreicht.
📦 POP! Moments
Kultige Szenen aus Filmen und Serien, in einem Set verewigt. Nicht eine Figur – ein ganzer Bildausschnitt. Eine Sammler-Hommage an ikonische Momente.
Wie man ein Original erkennt
Drei Säulen der POP!-Serie
Ein Stil, eine ganze Welt
Dasselbe Design – großer Kopf, minimalistisches Gesicht – von Batman bis BTS. Wiedererkennungswert über alles.
Seltenheit als Wert
Chase, Exklusiv, SDCC, Retailer Exclusive – das System der Seltenheit treibt den Sekundärmarkt und die Sammelbesessenheit an.
Zugänglichkeit für jeden
Standardfiguren zu erschwinglichen Preisen – damit jeder anfangen kann. Ein Grail für 60.000 Dollar – damit jeder etwas zum Träumen hat.
Wissenswertes
🍫 Goldenes Ticket wie bei Wonka
Die teuerste Figur der Geschichte – das Willy Wonka Set von 2016 – wurde für 210.000 Dollar verkauft. Es wurden nur 10 Stück hergestellt, versteckt in Funko-Schokoladenriegeln – buchstäblich wie im Film.
⚖️ Gerichtsurteil = Legende
Die Clockwork Orange Serie von 2012 sollte auf Wunsch des Lizenzinhabers zerstört werden. CEO Brian Mariotti rettete nur 24 Stück – er signierte und nummerierte sie persönlich. Eine davon wurde für 60.000 Dollar verkauft.
📦 In der Box oder draußen?
Unter Sammlern gibt es eine ewige Debatte: In-Box (in der Box) oder Out-of-Box (ohne)? Die Box erhält den Wert. Aber eine herausgenommene Figur sieht im Regal besser aus. Jeder muss selbst entscheiden.
🧠 Chibi aus dem Westen
Das Design von POP! wird oft mit dem japanischen Chibi-Stil verglichen – überdimensionierter Kopf, vereinfachte Proportionen. Funko hat dies nie offiziell zugegeben, aber die Ähnlichkeit ist offensichtlich.
Folgen und Entdecken
Mike Becker suchte eine einzige Figur, die er nicht kaufen konnte. Am Ende schuf er über tausend. Und er brachte die ganze Welt dazu, Popkultur Zentimeter für Zentimeter zu sammeln.
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