Walt Disney und die Maus, die aus Verrat geboren wurde
Er verlor die Figur, die Zeichner und den Vertrag — und im Zug nach Hollywood erdachte er einen Helden, der die Geschichte der Unterhaltung für immer veränderte.
Im Februar 1928 kehrte Walt Disney mit katastrophalen Nachrichten aus New York zurück — der Verleiher hatte ihm die Rechte an seiner Figur, Oswald der glückliche Hase, gestohlen und die meisten seiner Zeichner mitgenommen. Walt stand am Rande des Bankrotts. Im Zug nach Hollywood — wie er sich erinnerte — „sprang ihm ein neuer Held in den Kopf“. Seine Frau Lillian redete ihm den Namen „Mortimer“ aus und schlug „Mickey“ vor. Am 18. November 1928 debütierte Micky Maus in Steamboat Willie — einem der ersten Zeichentrickfilme mit synchronisiertem Ton.
Walt wurde 1901 in Chicago geboren, in Missouri aufgewachsen, und zeichnete von Kindheit an. Nach seiner Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg gründete er ein Animationsstudio nach dem anderen, die nacheinander bankrottgingen; nur Disney Brothers Studio, 1923 mit seinem Bruder Roy gegründet, überlebte. Walt lieh Micky Maus bis 1947 selbst seine Stimme und gewann 22 Oscars — ein Rekord, der bis heute ungeschlagen ist. Er starb 1966, kurz vor der Eröffnung von Walt Disney World.
Ub Iwerks
Micky Maus ist nicht allein Walts Werk — Mitschöpfer ist Ub Iwerks, Zeichner und Freund Disneys, der das endgültige Aussehen der Figur zeichnete. Iwerks war einer der wenigen, die nach dem Verrat des Verleihers bei Walt blieben. Er war es, der die runden Ohren, die roten Shorts und die weißen Handschuhe entwarf — drei Kreise, eine der bekanntesten Silhouetten der Geschichte.
Vom Zeichentrick zum Imperium
Aus einer einzigen Maus wuchs ein Imperium: Schneewittchen (1937), Fantasia (1940), Cinderella (1950), Dornröschen (1959) — jeder Film war ein technischer Durchbruch. Disney synchronisierte als Erster den Ton und brachte Technicolor und Stereo ins Kino. Heute ist The Walt Disney Company einer der größten Unterhaltungskonzerne der Welt, mit Marvel, Lucasfilm, Pixar und National Geographic im Portfolio. Sammlerfiguren und Blind Boxes mit Disney-Figuren sind einer der größten Märkte — besonders begehrt sind die Editionen zum 100. Geburtstag der Marke (2023) und die Kollaborationen mit BE@RBRICK und KAWS.
Seine Frau sagte: „nicht Mortimer, nenn ihn Mickey“. Die Maus pfiff in synchronisiertem Ton — und die Welt der Unterhaltung war nie wieder dieselbe.
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